Taufbecken

Niedersachsen / Halberstadt, 1195
Marmor

Das Taufbecken als ältestes Werk des Domes begegnet dem Besucher im Westen der Kirche. In geradezu zeitloser Schlichtheit zeigt sich die Form eines Kelches aus Marmor. Vier Löwen stützen den Fuß. Die Herstellung aus einem einzigen Steinblock ist ungewöhnlich, doch weist die Harzer Herkunft des Rübeländer Marmors auf eine regionale Produktion.

Die Kelchform findet ihren nächsten Vergleich in romanischen Kelchen zur Abendmahlsfeier. Sie verbildlicht eine enge Beziehung im mittelalterlichen Sprachgebrauch, der Kelch und Taufe als „fons vitae“, also Quelle des Lebens, bezeichnete. Als eine solche Quelle und als Zeitzeuge vieler Jahrhunderte erlebte und erlebt das Becken seit seiner Stiftung durch Bischof Gardolf von Harbke 1195 bis heute tausende von Taufen.